Elternberatung

An der Klinik für Neonatologie sind für Sie sechs Elternberaterinnen im Einsatz.

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Psychosoziale Elternberatung an der Charité

Ein Frühgeborenes benötigt neben der pflegerischen und medizinischen Versorgung vor allem seine Eltern, um sich adäquat zu entwickeln und reifen zu können. Deshalb ist es wichtig Ihnen, als früh gewordenen Eltern eine individuelle Begleitung und Beratung anbieten zu können. Die Mitarbeiterinnen der psychosozialen Elternberatung sind gelernte Intensivkinderkrankenschwestern und haben im Laufe ihrer Tätigkeit in der Elternberatung spezielle Zusatzqualifikationen erworben, die auf die besonderen Bedürfnisse von Eltern im Perinatalzentrum abgestimmt sind. Auf dieser Grundlage vereinen sich Grundwissen um die Besonderheiten von Frühgeburt und komplexen Erkrankungen im Neugeborenenalter mit speziellen Fachkompetenzen in Bereichen wie z. B. Case Management, Gesprächsführung, systemischer Familien- und Paarberatung, Ethikberatung, Trauerberatung und Stillberatung. Die Betreuungs- und Beratungsangebote entwickelten sich aus den Wünschen und individuellen Bedürfnissen der von uns begleiteten Eltern und bilden die Grundlage unserer täglichen Arbeit.

Familie im Mittelpunkt

Als Eltern in einem Perinatalzentrum lernen Sie im Laufe ihres Krankenhausaufenthaltes sehr viele unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen in unterschiedlichen Funktionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf unterschiedlichen Stationen kennen. Hier bietet sich Ihnen die Elternberatung als eine Art „roter Faden“ an, mit dessen Hilfe Sie sich leichter orientieren können. Die Elternberaterinnen begleiten Sie verlässlich durch die gesamte Zeit des Krankenhausaufenthaltes Ihres Kindes und fungieren als kontinuierliche Gesprächspartnerinnen. Dadurch wird es möglich Abläufe und Prozesse sowohl zu koordinieren als auch zu kommunizieren und Informationsverluste zu minimieren. Ein wichtiges Ziel in der Beratung stellt u.a. die Erweiterung Ihrer individuellen Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten dar, die Sie als Eltern dazu befähigt ihre Elternkompetenz zu stärken. Vor diesem Hintergrund ist der familienzentrierte und damit ganzheitliche Beratungsansatz auch für die anderen Angehörigen Ihres Kindes unter Umständen von Bedeutung. Das Familiensystem besteht oft aus weiteren wichtigen Personen, wie zum Beispiel Geschwistern, Großeltern oder anderen wichtigen Menschen. Diese Familienmitglieder werden auf Wunsch individuell in die Begleitung mit einbezogen und beraten. Alle Mitarbeiterinnen der Elternberatung sehen sich als Teil eines multiprofessionellen Netzwerkes und tragen durch einen kontinuierlichen kollegialen Austausch zur individuellen und bedarfsgerechten Unterstützung der Familien bei.

Vorgeburtliche Beratungen

Bereits vor der Geburt bietet Ihnen die Elternberatung sog. pränatale Beratungen an. Die meisten Eltern haben Fragen, die deutlich über die medizinischen Themen hinausgehen und unter anderem Ängste, Überforderungen, ambivalente Gefühle oder organisatorische Fragen beinhalten. Schon hier können wir gemeinsam überlegen welche Berufsgruppen noch miteinbezogen oder Unterstützungsangebote vielleicht schon auf den Weg gebracht werden können. Zudem bieten wir Ihnen die Besichtigung unserer Räumlichkeiten vom Geburtsraum über den Erstversorgungsraum bis zur Neonatologischen- und Wochenbettstation an und ermöglichen Ihnen bereits im Vorfeld den Weg kennenzulernen, den Ihr Kind und sie nach der Geburt gehen werden. Alle Gespräche finden ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung statt, sodass sowohl die Väter oder auch andere wichtige Menschen die Möglichkeit haben am Gespräch und der Besichtigung teilzunehmen. Die obligate vorherige Terminabsprache ermöglicht Ihnen außerdem sich auf das Gespräch vorbereiten zu können.

Beratungen auf der Wochenbettstation

Nach der Geburt Ihres Kindes stürzen wahrscheinlich viele neue Fragen und Gefühle auf Sie ein. Viele Eltern beschreiben die ersten Tage nach der Geburt als eine emotionale Achterbahnfahrt. Die Elternberaterin besucht Sie täglich auf der Wochenbettstation und bietet zum einen Gespräche zur emotionalen Entlastung an. Zum anderen werden die nächsten Schritte auf Ihrem neuen Elternweg gemeinsam besprochen und geplant. Auch hier steht die schnellstmögliche Orientierung im Vordergrund, die Sie dabei unterstützen soll, ins Handeln und in eine zunehmende Selbstständigkeit zu kommen. Mit der Entlassung von der Wochenbettstation sollen Sie möglichst ein Gefühl der Orientierung und einen ersten Plan haben, wie Ihr zukünftiger Alltag funktionieren kann.

Begleitungen während des weiteren Klinikaufenthaltes Ihres Kindes

Während des gesamten stationären Aufenthaltes Ihres Kindes stehen die Mitarbeiterinnen der Elternberatung Ihnen zur Verfügung. Erfahrungsgemäß sind aber vor allem die versorgenden Pflegekräfte in dieser Zeit Ihre besonders wichtigen Ansprechpartner/innen. Dennoch äußern Eltern immer wieder den Wunsch nach Einzel- oder Paarberatungen. Je nach Bedarf können dann einmalige oder regelmäßige Gesprächstermine Einzel- und/oder Paarberatungen vereinbart werden. Besonders mit zunehmender Aufenthaltsdauer des Kindes steigt oftmals die elterliche Belastung wie zum Beispiel im täglichen Pendeln zwischen dem Alltag auf der neonatologischen Station und dem häuslichen Alltag. Ziel solcher Gesprächsangebote sind neben der Möglichkeit zur emotionalen Entlastung und Stabilisierung die gemeinsame Suche nach Ressourcen, Bewältigungsstrategien und Kraftquellen.

Vorbereitung der Entlassung

Die Elternberatung, als Teil eines multiprofessionellen Teams bereitet frühzeitig und gemeinsam mit Ihnen die individuelle und passgenaue Entlassung Ihres Kindes nach Hause vor. Das Entlassungsmanagement orientiert sich an einem nationalen Expertenstandart und berücksichtigt Ihre individuelle und familiäre Situation. Ziel ist es, Ihre individuellen familiären Bedürfnisse aber auch Ihre vorhandenen Ressourcen zu erkennen und Sie als Eltern so vorzubereiten, dass es nicht zu Versorgungsbrüchen beim Übergang in die Häuslichkeit kommt.
In terminierten Entlassungsgesprächen haben Sie die Möglichkeit Fragen und Ängste über die anstehende Versorgung Ihres Kindes zu Hause zu äußern. Zudem bekommen sie Informationen zu den individuellen Besonderheiten Ihres Kindes und es wird der passgenaue, ressourcenorientierte Unterstützungsbedarf für die Häuslichkeit ermittelt.
Häusliche Unterstützung könnte eine Hebamme, ehrenamtliche Patinnen, Kiezmütter (besonders bei Familien mit Migrationshintergrund), Haushaltshilfen oder die Informationen über Frühchen- oder Mehrlingsgruppen sein.
Für Familien mit komplexen Problemlagen im medizinischen/pflegerischen und/oder psychosozialen Bereich, können die Elternberaterinnen Sozialmedizinische Nachsorge oder in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst Unterstützung aus dem Jugendamt organisieren.
In Berlin und Brandenburg arbeitet die Charité mit vier verschiedenen Nachsorgeeinrichtungen zusammen. Darüber hinaus gibt es ein bundesweites Netzwerk.

Wir sind für Sie da…
…wenn Sie es wünschen. Selbstverständlich sind unsere Beratungs- und Begleitangebote freiwillig und kostenlos.
Wir unterliegen der Schweigepflicht.
Diese Informationen ersetzen kein persönliches Gespräch, bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie weitere Fragen haben.

Wir wünschen Ihnen alles Gute