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Anmeldung zur vorgeburtlichen Palliativberatung

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

seit Anfang 2015 bieten wir eine erweiterte Pränatalberatung durch das Palliativteam Neonatologie für Paare an, bei deren ungeborenem Kind eine Diagnose gestellt wurde, die mit einem längeren Leben nicht vereinbar ist (z.B. Trisomie 13 oder 18, bds. Nierenagenesie, Anenzephalus etc.). Wir klären die betroffenen Paare im Rahmen einer non-direktiven, ergebnisoffenen, medizinischen und psychosozialen Beratung über die zur Verfügung stehenden Optionen (medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbruch oder Fortführung der Schwangerschaft mit primäre postnatale Palliativversorgung des Kindes) auf. Ziel unserer Beratung ist es, den Betroffenen die Möglichkeit zu eröffnen, ihren persönlichen Weg zu finden und diesen dann mit professioneller Hilfe gehen zu können.

Entscheiden sich Eltern für eine primäre Palliativversorgung ihres Kindes, steht ihnen und ihrem Kind ein pflegerisches und ärztliches Team zur Seite, das in der Versorgung und Begleitung in dieser speziellen Situation besonders geschult und erfahren ist. Die Palliativbegleitung der betroffenen Familie endet nicht mit dem Tod des Kindes, sondern beinhaltet stets eine weiterführende Begleitung der früh verwaisten Familie in einen gesicherten Alltag mit bedarfsorientierten Unterstützungsangeboten.

Für eventuelle Rückfragen steht Ihnen Herr Oberarzt Dr. Garten gern telefonisch (erreichbar über 450-566122) oder per E-mail (palliativteam-neonatologie(at)charite.de) zur Verfügung.

Wenn Sie eine Patientin zu Beratung überweisen möchten:

  • Telefonische Anmeldung von Montag bis Freitag zwischen 08:00 bis 16:30 Uhr unter der folgenden Telefonnummer: 030 450 566 122
  • Anmeldung per e-mail unter: palliativteam-neonatologie(at)charite.de
  • Wir bitten um Ausstellung eines Überweisungsscheines an die „Hochschulambulanz Neonatologie – Palliativteam“.

Projektmitarbeit

Schwangere und deren Partner bei deren Kind vorgeburtlich eine lebenslimitierende Erkrankung (z.B. Trisomie 13, Trisomie 18 oder beidseitige Nierenagenesie) diagnostiziert wird, können für eine spezifische vorgeburtliche Palliativberatung direkt in die Hochschulambulanz des Palliativteams Neonatologie überwiesen werden. Um die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Pränatalberatung und perinatale Palliativbetreuung der betroffenen Familien zu schaffen, wurde in Zusammenarbeit mit dem Berliner „Arbeitskreis Pränataldiagnostik“ ein Konzept zur Schnittstellenoptimierung zwischen ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen entwickelt, welches seit Februar 2016 auf Initiative des Palliativteams Neonatologie als Pilotprojekt am Perinatalzentrum der Charité umgesetzt wird.

Dieses Begleitangebot kombiniert medizinische und psychosoziale Beratung durch das Palliativteam Neonatologie und hat folgende Primärziele:

  • Gewährleistung fester Ansprechpartner – außerhalb und innerhalb der Klinik - für die betroffene Schwangere
  • Optimierung der Transition der betroffenen Schwangeren aus dem ambulanten in den (prä-)stationären und nach der Geburt zurück in den ambulanten Bereich. Dies wird durch zeitnahe und direkte Kommunikation der ambulant und stationär tätigen Akteure gewährleistet.
  • Erhöhung der Betreuungsqualität durch eine obligat multiprofessionelle (ÄrztInnen, Hebammen, MitarbeiterInnen der Kinderkrankenpflege und der psychosozialen Elternberatung, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, SeelsorgerInnen u.a.) und interdisziplinäre (Pränataldiagnostik – Geburtshilfe – Neonatologie – pädiatrische Palliativmedizin) Begleitung
  • Mit Hilfe individueller und ergebnisoffener Beratungen sollen betroffene Eltern die Möglichkeit erhalten, im Sinne ihres ungeborenen Kindes als auch vor dem Hintergrund ihres elterlichen Werteverständnisses ihren persönlichen Weg zu finden.

Im Rahmen des Projektes wurden in den ersten 12 Monaten von Februar 2016 bis Februar 2017 bereits 23 Paare betreut.

 

Leitsätze zur Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Neonatologie

Kerstin von der Hude und Dr. Lars Garten wurden 2016 vom Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V. in die 13-köpfige Arbeitsgruppe „PaluTiN“ berufen. Die multiprofessionell und überregional besetzte AG hat den Auftrag, bis Ende 2017 Leitsätze zur Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Peri- und Neonatologie zu erstellen. Es ist das Ziel der Leitsätze, praktische Anregungen zur Orientierung und Vereinheitlichung in der Begleitung und Betreuung palliativmedizinisch betreuter Neugeborener und deren Familien zu vermitteln. Dies soll explizit die vorgeburtliche Phase und die Zeit nach dem Versterben des Kindes mit einbeziehen. Die Leitsätze werden auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) im Dezember 2017 in Berlin vorgestellt werden.