Palliativteam Symposium 2018

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3. Berliner Symposium zu Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Neonatologie, 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit unserem Programmheft möchten wir Sie über das 3. Berliner Symposium zur Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Neonatologie vom 22. bis 24.03.2018 informieren und Sie schon jetzt sehr herzlich dazu einladen.

Bei Rückfragen und zur Anmeldung wenden Sie sich bitte per E-mail (regina.nagel@charite.de) oder telefonisch (030-450-516052) an uns.

Rückblick: 2. Berliner Symposium 2016

Am 22. und 23. April 2016 veranstaltete das Palliativteam Neonatologie der Charité Berlin zum zweiten Mal ein multiprofessionelles Symposium für Ärzte, Pflegende, Psychologen, Hebammen, Seelsorger und alle anderen die innerhalb und außerhalb der Klinik in die Betreuung und Begleitung von Neugeborenen mit lebensbedrohlichen und -limitierenden Erkrankungen und deren Familien involviert sind.

Die Palliativversorgung von Neugeborenen und Trauerbegleitung früh verwaister Familien unterscheidet sich in wesentlichen Aspekten von allgemeinpädiatrischer Palliativmedizin. Sie bedürfen daher einer gesonderten Betrachtung – auch und gerade im Rahmen palliativmedizinischer bzw. perinatologischer  Fortbildungsveranstaltungen. Diesen Umstand aufgreifend veranstaltete das Palliativteam Neonatologie der Charité Berlin im November 2014 das "1. Berliner Symposium zur Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Neonatologie". Das Konzept des Symposiums wurde auf Grundlage eines multiprofessionellen Ansatzes entwickelt. Der Einladung zu dem eintägigen, multiprofessionellen Symposium folgten damals 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die positiven Rückmeldungen führten zu dem Entschluss 2016 zu einem weiteren, auf zwei Tage verlängerten Symposium einzuladen und dieses inhaltlich auszuweiten.

Unter dem Motto "Eine multiprofessionelle Herausforderung" lud das Berliner Team nun zum "2. Berliner Symposium zur Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Neonatologie" ein. Der Einladung folgten über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland. Im Rahmen des Symposiums wurden professionell Begleitenden innerhalb und außerhalb der Klinik – also Pflegenden, Mitarbeitern der psychosozialen Elternberatung, Hebammen, Ärzten, Psychologen, Seelsorgern, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern, Bestattern, etc. - theoretische Grundlagen und spezielle Belange einer Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Neonatologie vermittelt, sowie konkrete Anregungen und Handlungsmöglichkeiten für die Praxis gegeben.

Das Symposium gliederte sich in zwei Teile. Im ersten Teil wurden Vorträge zu verschiedenen Themen gehalten. Der Kreis der Referierenden und damit auch der Themen war in diesem Jahr deutlich erweitert worden. Den Auftakt machte Kerstin von der Hude, Mitarbeiterin der psychosozialen Elternberatung der Charité, sie berichtete einfühlsam und detailliert von der besonderen Situation früh verwaister Eltern. Über Beratung und Entscheidungsfindung aus ethischer, juristischer und moralischer Sicht referierte im Anschluss die Pflegeethikerin Frau Prof. Dr. Dr. Graumann. Ihr folgte der Kinder- und Palliativarzt Dr. Vinzenz Boos, der die Grundlagen  einer adäquaten Schmerz- und Symptomkontrolle im Neugeborenenalter erläuterte. Einen ganz besonderen Vortrag hielt der Bestatter und Sozialpädagoge Uller Gscheidel zusammen mit seiner Tochter Lea Gscheidel, sie fesselten die Teilnehmer mit Ausführungen über den Umgang mit der Leiche. Bevor der erste Tag dann beim geselligen Get-together ausklang wurde noch der wichtige Bereich der Selbstsorge und Teamkultur durch Beate Violet, Supervisorin und Seelsorgerin, erörtert.

Der Morgen des zweiten Tages wurde mit einem Vortrag von Dr. Adam Gasiorek-Wiens eingeleitet. Der Pränataldiagnostiker und Ethiker beleuchtete wichtige Aspekte der vorgeburtlichen Beratung bei Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Klinisch relevante Informationen zur primären Palliativversorgung im Kreißsaal wurden im Vortrag des Neonatologen und Palliativmediziners Dr. Lars Garten dargestellt. Frau Dr. Anja Prass, ärztliche Leiterin des ambulanten Kinderpalliativteams KinderPaCT Berlin, berichtet von den Möglichkeiten ambulanter Palliativversorgung von Neugeborenen.  Das Thema "Komplementäre Therapieverfahren in der Palliativmedizin" wurde umfassend von dem Schweizer Kinderarzt PD Dr. Tycho Zuzak beleuchtet, gefolgt von einem beeindruckenden Vortrag über Musiktherapie in der neonatalen Palliativversorgung von Stephanie Scileppi. Den Abschluss machte die Psychiaterin Dr. Hadice Ayhan, sie referierte über den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer im Islam.

Für den 2. Teil des Samstages hatten sich die Teilnehmer an 2,5-stündigen, multiprofessionellen Workshops anmelden können. Es wurden insgesamt 6 verschiedene Workshops zu den Themenbereichen "Sterben auf der neonatologischen Intensivstation", "Familienzentrierte Trauerbegleitung in der Klinik", "Ambulante Nachsorge früh verwaister Eltern", "Selbstsorge", "Bedürfnisse verwaister Eltern im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation" und "Von Hospiz bis ambulanter Palliativversorgung" angeboten. 

Das Symposium erhielt in der Evaluation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchgängig gute und sehr gute Bewertungen. Viele Teilnehmer äußerten den Wunsch nach inhaltlicher Vertiefung und mehr Zeit in den Workshops, sowie für den persönlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Diese und alle weiteren Rückmeldungen werden nun für die Planung des "3. Berliner Symposium zur Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Neonatologie" berücksichtigt. Es ist geplant dieses im Frühjahr 2018 erneut in Berlin auszurichten.

Abschließend sei an dieser Stelle noch einmal allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Interesse, Engagement, Motivation, Offenheit, Fachlichkeit und ihre wertvollen Rückmeldungen ganz herzlich gedankt.

Kerstin von der Hude & Lars Garten